Geschichte des Klosters

(von H. Johannes Zimmermann und Schwester Antonita Weiß)

1040 Der Schweinfurter Markgraf Otto hatte in Heidenfeld, im Volkfeldgau gelegen, Besitzungen mit einem Adelshof.
Alberada, eine der fünf Töchter des Markgrafen Otto, erbte den Adelshof in Heidenfeld. Sie heiratete Hermann von Habsberg-Kastl, bzw. von Voheburg.

1069 übergab Gräfin Alberada mit ihrem Gemahl dem Bischof Adalbero von Würzburg aus ihrem Heiratsgut „einen Teil ihres Landbesitzes“ in „Heydenfeld“ mit allen Liegenschaften und Rechten zwecks einer Klosterstiftung.

1071 wurde durch Bischof Adalbero das Augustiner-Chorherrenstift St. Mauritius eingeweiht. Die Priester lebten nach den Regeln des Hl. Augustinus, kamen zum Chorgebet zusammen und betreuten umliegende Pfarreien.

klosterschild.jpg

Klosterschild

1525 während des Bauernkrieges und 30 Jahre später erlitt das Stift schwere Schäden, zweimal wurde es eingeäschert.

1637 wurden die sterblichen Überreste des Märtyrers Liborius Wagner in die Stiftskirche überführt und beigesetzt.

1723 begann der Neubau des Osttraktes nach den Plänen von Balthasar Neumann.

1728 errichtete man den Westflügel, vier Jahre später den Nordflügel. Nach Süden schloss die bestehende Kirche das Geviert ab.

1733 konnte der imposante Bau fertiggestellt werden zur Freude und zum Stolz des Bauherrn Propst Sigismund Derleth und seiner Mitbrüder.

19.05.1803 wurde das Stift infolge der Säkularisation aufgehoben. Die Chorherren mussten ihr Kloster verlassen.
Das war für die Bevölkerung ein herber Verlust, denn Chorherren hatten beinahe 700 Jahre die Menschen in der Pfarrei und Umgebung im Glauben unterrichtet und rund 20 Pfarreien pastoral versorgt.
Das Stift, das in der Bevölkerung „Kloster“ genannt wurde, fiel mit allen Ländereien an das Kurfürstentum Bayern.

1804 erwarb Graf Friedrich von Thürheim das Stift. Aus dem Augustinerchorherrenstift
St. Mauritius wurde ein Schloss.

1805 ließ Graf von Thürheim die zweitürmige Stiftskirche einreißen und veräußerte das ganze Inventar.

1807 verkaufte er den Besitz in Heidenfeld an die Freiin Leopoldine von Bodeck-Ellgau. Die „Bodecks“, wie die freiherrliche Familie in Heidenfeld genannt wurde, hatten das „Schloss“ bis 1901 inne.

1901 Durch Vermittlung von Dr. Michael Faulhaber, dem späteren Kardinal von München, einem gebürtigen Heidenfelder, kaufte die Kongregation der Schwestern vom Allerheiligsten Erlöser das Anwesen und einen Teil der Felder für 100 000 Mark. Die ersten zwölf Ordensfrauen zogen am 9.4.1901 im ehemaligen Stift ein. In erster Linie war das Kloster ein Erholungsheim für kranke und ältere Schwestern.

1903 erwarb die Kongregation einen eigenen Schwesternfriedhof, unmittelbar neben dem Gemeindefriedhof gelegen.

geschichte1.jpg

Kloster 1910
 

1935/36 wurde die Lücke, die durch den Abbruch der Stiftskirche entstanden war, geschlossen und in dem neuen Trakt eine Hauskapelle eingerichtet. Über den I. und II. Stock erstreckte sich die Klosterkirche, bei deren Weihe am 1. April 1937 Bischof Matthias Ehrenfried dem Kloster den Namen KLOSTER MARIA HILF verlieh.
In den Kriegsjahren wurde im Erdgeschoss des Klostergebäudes ein Hilfskrankenhaus für Tbc-kranke Frauen eröffnet.

1940 lebten ca. 240 Schwestern in Heidenfeld. Gegen Kriegsende kamen noch evakuierte Kinder aus Pirmasens hinzu.

1974/1975 wurde ein weiterer Anbau als Pflegeheim erstellt, in dem die alten und erkrankten Schwestern besser versorgt und gepflegt werden konnten.

 

2001-2003 wurde das Pflegeheim saniert und erweitert, weil die Zahl der älteren, hilfs- und pflegebedürftigen Schwestern zunahm.

pflegeheim.jpg

Pflegeheim 2005
 

2012 erfolgte die Einweihung des "Julitta-Saales, der für gemeinschaftliche Aktivitäten genutzt wird.

julitta_saal1.jpg

Julitta Saal Außenansicht